Ambulante und stationäre Hospizversorgung

Begleitung für Betroffene und Angehörige

Unheilbar kranke und sterbende Menschen zu begleiten, auf ihre Bedürfnisse und Wünsche einzugehen, ihnen ein würdevolles Sterben zu ermöglichen, ihre Angehörigen zu unterstützen: All das hat sich die Hospizbewegung zur Aufgabe gemacht. Hospizversorgung kann ambulant, also zu Hause, oder stationär in einem Hospiz stattfinden.

Alte Hand © Thinkstock

Ambulante Hospizdienste – die letzte Zeit im eigenen Zuhause verbringen

Viele schwerkranke Menschen wünschen sich, zu Hause in ihrer vertrauten Umgebung sterben zu können. Ambulante Hospizdienste helfen dabei, ihnen das zu ermöglichen. Häufig arbeiten sie dazu mit anderen zusammen, etwa mit sogenannten Palliative-Care-Teams der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung. In der Regel ist es die Aufgabe des ambulanten Hospizdienstes die verschiedenen Angebote für den Betroffenen zu koordinieren. Diese organisatorische Arbeit übernehmen hauptamtliche Koordinationskräfte.

Zu einem Großteil fußt die Arbeit der ambulanten Hospizdienste jedoch auf dem Engagement ehrenamtlicher Mitarbeiter. Sie erbringen vielfältige Leistungen in der Betreuung sterbender Menschen: Beispielsweise besuchen sie den Betroffenen regelmäßig und bieten, falls nötig, Sitz- oder Nachtwachen an. Sie begleiten den Sterbenden psychosozial, führen Gespräche mit den Angehörigen, beraten zu wichtigen Themen und vieles mehr.

Die Arbeit von ambulanten Hospizdiensten endet auf Wunsch der Angehörigen nicht mit dem Tod ihres Familienmitglieds. Die Dienste bieten in der Regel auch Trauerberatung, Trauergruppen und Informationsveranstaltungen zu den Themen Tod und Trauer an. Für die Betroffenen sind die Leistungen von ambulanten Hospizdiensten kostenfrei.

Stationäre Hospizversorgung – wenn die Versorgung zu Hause nicht möglich ist

Ist eine Versorgung des sterbenden Menschen zu Hause nicht möglich, bietet sich die stationäre Aufnahme in ein Hospiz an. Voraussetzung ist, dass eine Heilung der Erkrankung ausgeschlossen und eine Versorgung im Hospiz notwendig ist. Außerdem ist es wichtig, dass der Betroffene keiner Krankenhausbehandlung bedarf – sonst wäre eine Palliativstation die richtige Adresse.

In einem Hospiz kümmern sich haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter gemeinsam um die Betroffenen. In der Regel arbeitet das Hospiz auch mit einem in Palliativmedizin erfahrenen Arzt zusammen. Im Mittelpunkt der Betreuung steht der Sterbende mit seinen Wünschen und Bedürfnissen.

Die Kosten für einen Aufenthalt im Hospiz werden zu einem Großteil (von 95 Prozent) von der Krankenkasse gezahlt. Die restlichen fünf Prozent finanzieren die Hospize selbst – in der Regel über Spenden. Der Betroffene muss nichts zuzahlen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.03.2015
  • Autor/in: Christina Landauer, Medizinredakteurin, vitanet.de;
  • Quellen: Deutscher Hospiz- und Palliativverband: Hospiz: ambulant vor stationär: http://www.dhpv.de/themen_hospize.html
  • Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (2007): Gesundheitsberichte NRW. Hospizarbeit und Palliativmedizin: Stand und Entwicklung: http://www.lzg.gc.nrw.de/_media/pdf/gesundheitberichtedaten/gesundheitsberichte-nrw-spezial/gesundheit-spezial_band-2_hospiz-palliativmedizin.pdf