Palliativ- und Hospizversorgung

In guten Händen auf dem letzten Weg

Die letzten Wochen, Tage, Stunden zu Hause in der vertrauten Umgebung verbringen, nicht alleine sein, keine starken Schmerzen leiden müssen, in Würde sterben – es sind oft keine großen Dinge, die sich Menschen am Ende ihres Lebens wünschen. Und doch sind sie nicht immer leicht umzusetzen. Dem versuchen die Hospizbewegung und die Palliativmedizin zu begegnen.

Lebensqualität und Würde im Vordergrund

In der Palliativ- wie auch der Hospizversorgung werden Menschen mit unheilbaren, in der Regel weit fortgeschrittenen Erkrankungen betreut, deren Lebenserwartung begrenzt ist. Ziel ist es also nicht mehr, die Krankheit zu heilen, sondern die Symptome – so weit wie möglich – zu lindern und damit Lebensqualität und Würde zu erhalten. Neben dem physischen Aspekt werden die Betroffenen auch psychisch, sozial und spirituell betreut.

Unterschiede zwischen Palliativ- und Hospizversorgung

Palliativ- und Hospizversorgung ähneln sich stark. Es gibt jedoch auch Unterschiede. Die Palliativversorgung – egal ob stationär oder ambulant – ist mehr auf die medizinische Versorgung durch Ärzte ausgerichtet als die Hospizversorgung. Betreut werden hier deshalb vor allem Menschen, die mit starken Symptomen oder Schmerzen zu kämpfen haben und sehr engmaschig betreut werden müssen. Das kann die Hospizversorgung nicht leisten.

Bei der stationären Versorgung in Hospizen oder Palliativstationen gibt es auch Unterschiede bei den Zielen und der Verweildauer. Palliativstationen zielen darauf ab, den Patienten nach einer Behandlung – bei der er stabilisiert wird – wieder nach Hause oder in ein Hospiz zu entlassen. Betroffenen bleiben deshalb meist nur einige Tage dort. Hospize dagegen haben zum Ziel, Sterbende bis zum Ende zu begleiten und ihnen ein würdevolles Sterben zu ermöglichen. Nur sehr selten gehen die Gäste eines Hospizes noch einmal nach Hause. Die Verweildauer hier ist deshalb höher.

Als Einheit wahrnehmen

Das macht deutlich: Hospiz- und Palliativversorgung sind aufeinander angewiesen und ergänzen sich. Sie sollten als Einheit, als Ganzes betrachtet werden. In der Praxis ist eine Unterscheidung ohnehin nicht gänzlich möglich, da die Angebote miteinander verschmelzen: etwa wenn ehrenamtliche Hospizhelfer mit einem sogenannten Palliative-Care-Team der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung zusammenarbeiten.

Palliativmedizin und palliative Pflege sind damit auch Bestandteil der Hospizarbeit – wenn auch nicht in dem Maße wie in der Palliativversorgung.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.03.2015
  • Autor/in: Christina Landauer, Medizinredakteurin, vitanet.de;
  • Quellen: Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (2007): Gesundheitsberichte NRW. Hospizarbeit und Palliativmedizin: Stand und Entwicklung: http://www.lzg.gc.nrw.de/_media/pdf/gesundheitberichtedaten/gesundheitsberichte-nrw-spezial/gesundheit-spezial_band-2_hospiz-palliativmedizin.pdf