Kosten für die Pflege

Pflege ist teuer, das steht fest. Doch mit welchen Kosten muss die pflegebedürftige Person genau rechnen und wie hoch ist der Betrag, den die Pflegeversicherung davon übernimmt?

Bei vollstationärer Pflege wird ein sogenanntes Heimentgelt entrichtet. Das Heimentgelt wird für jedes Pflegeheim individuell berechnet und mit den Pflegekassen und dem zuständigen Sozialamt verhandelt.

Es setzten sich aus folgenden Faktoren zusammen:
  • Einrichtungseinheitlicher Eigenanteil (für Körperpflege, Mobilität, soziale Betreuung, Behandlungspflege, Hilfe bei der Ernährung): Jeder Bewohner eines Pflegeheims zahlt seit dem 01. Januar 2017 den gleichen Betrag für die Pflege innerhalb einer Einrichtung. Dieser berechnet sich wie folgt: Je nach Pflegegrad zahlt die Pflegeversicherung einen festgelegten Betrag für den Pflegebedürftigen an die Einrichtung. Dieser wird von den tatsächlichen Kosten für die Pflege im jeweiligen Pflegegrad abgezogen – somit ergibt sich ein Eigenanteil für den jeweiligen Pflegegrad. Alle Eigenanteile der Bewohner werden addiert – also zum Beispiel dreimal 500 Euro bei drei Bewohnern mit Pflegegrad 2 plus fünfmal 900 Euro bei fünf Bewohnern mit Pflegegrad 4. Das ergibt in unserem Rechenbeispiel eine Gesamtsumme von 6.000 Euro. Diese Summe wird durch die Anzahl der Bewohner des Pflegeheims (acht Bewohner) geteilt. Somit ergibt sich ein einrichtungseinheitlicher Eigenanteil von 750 Euro pro Bewohner.
  • Unterkunft und Verpflegung: Die sogenannten Hotelkosten, also die Kosten für Unterkunft und Verpflegung, muss der Pflegebedürftige selbst zahlen.
  • Investitionskosten: Auch die Investitionskosten können auf die Heimbewohner umgelegt werden. Dabei handelt es sich beispielsweise um Kosten für Umbau- oder Ausbaumaßnahmen, Modernisierungsarbeiten oder Instandhaltung des Heims.
  • Zusatzleistungen: Pflegebedürftige können mit der Einrichtung Zusatzleistungen wie etwa den Anspruch auf ein Einzelzimmer vereinbaren. Diese Kosten muss der Heimbewohner komplett selbst tragen.

Beispielrechnung: Heimentgelt pro Monat

Bei einem einrichtungseinheitlichen Eigenanteil von 750 Euro plus Kosten für Unterkunft und Verpflegung von 560 Euro plus Investitionskosten von 260 Euro plus Zusatzleistung – etwa für ein Einzelzimmer – von 130 Euro ergibt sich ein monatliches Heimentgelt von 1.700 Euro, das der Pflegebedürftige selbst zu tragen hat.

Kosten für ambulante Pflege

Es ist kaum möglich, zuverlässige durchschnittliche Kosten für die ambulante Pflege zu nennen. Denn diese variieren stark, je nach individuell benötigten Leistungen und damit verbundenem Pflegeaufwand. Bei einem Pflegegrad 4 können die Kosten geschätzt bis zu 3.500 Euro betragen, bei einem Pflegegrad 2 können sie mit rund 800 Euro gedeckt sein. Die Pflegeversicherung übernimmt pro Monat bei Pflegegrad 2 689 Euro, bei Pflegegrad 3 1.298 Euro, bei Pflegegrad 4 1.612 Euro und bei Pflegegrad 5 1.995 Euro. Bei Pflegegrad 1 kann der sogenannte Entlastungsbetrag von 125 Euro für ambulante Pflege genutzt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 28.12.2016
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Nina Prell, Medizinredakteurin
  • Quellen: Bundesministerium für Gesundheit: Zahlen und Fakten zur Pflegeversicherung (http://www.bmg.bund.de/fileadmin/dateien/Downloads/Statistiken/Pflegeversicherung/Zahlen_und_Fakten/2012_10_Zahlen_und_Fakten_Pflegeversicherung.pdf.pdf)
  • Statistisches Bundesamt: Kosten eines Pflegeheimplatzes in Deutschland nach Pflegestufe im Jahr 2011 (http://de.statista.com/statistik/daten/studie/196945/umfrage/kosten-eines-pflegeheimplatzes-in-deutschland/)
  • Bundesminiterium für Gesundheit: Stationäre Pflege: http://www.bmg.bund.de/pflege/leistungen/stationaere-pflege.html (06.02.2014)