Steuererleichterungen

Von Pauschbetrag bis Einzelnachweis

Damit pflegende Angehörige nicht noch mehr finanzielle Einbußen – als sowieso schon – hinnehmen müssen, bietet der Gesetzgeber verschiedene steuerliche Erleichterungen. Pflegende können entweder einen Pauschbetrag in Anspruch nehmen oder die Kosten einzeln nachweisen. Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

Steuererleichterung fuer pflegende Angehörige © Thinkstock

Der Pflege-Pauschbetrag – wann er abgesetzt werden kann

Pflegt jemand einen Angehörigen oder Freund, kann er jährlich einen sogenannten Pauschbetrag von der Steuer absetzen. Dieser Betrag liegt bei 924 Euro. Es müssen jedoch einige Voraussetzungen erfüllt sein:
  • Die Pflege muss in der eigenen Wohnung oder in der Wohnung des Pflegebedürftigen stattfinden.
  • Die Pflege muss innerhalb Deutschlands oder in einem anderen Land des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) stattfinden.
  • Die Pflegeperson darf keinerlei Einnahmen durch die Pflege haben. Dabei ist zu beachten: Auch das Pflegegeld aus der Pflegeversicherung wird als Einnahme verstanden. Um Steuererleichterungen in Anspruch zu nehmen, darf der Pflegebedürftige dieses also nicht an die Pflegeperson weitergeben.
  • Der Pflegebedürftige muss hilflos sein. Das heißt, er muss in Pflegegrad 4 oder 5 eingeordnet sein oder sein Schwerbehindertenausweis muss das Merkzeichen H tragen.
  • Die Pflegeperson darf die Pflege nicht im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit übernommen haben.

Einzelnachweis von Kosten – wann er sich lohnt

Alternativ zum Pauschbetrag können pflegende Angehörige Kosten für die Pflege, die sie übernommen haben, auch direkt durch Belege in der Steuererklärung nachweisen. Das empfiehlt sich dann, wenn die tatsächlichen Pflegekosten die Höhe des Pflege-Pauschbetrags übersteigen. Die Kosten werden dann als sogenannte außergewöhnliche Belastung geltend gemacht. Das Finanzamt kürzt die Gesamtkosten um eine zumutbare Belastung, die vom Einkommen der Pflegeperson, ihrem Familienstand und der Anzahl der Kinder abhängt.

Um Pflegekosten als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung geltend zu machen, muss die Pflegebedürftigkeit nachgewiesen werden, beispielsweise durch eine Kopie des Bescheids der Pflegekasse.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.11.2016
  • Autor/in: Christina Landauer, Medizinredakteurin, vitanet.de;
  • Quellen: Evangelische Gesellschaft Stuttgart e.V. Alzheimer Beratungsstelle (2010): Schwerbehindertenausweis, Steuererleichterungen und Sozialhilfeleistungen: http://www.alzheimer-bw.de/fileadmin/AGBW_Medien/Dokumente/Guenther_Schwarz/Finanzielle_Hilfen_Stand_03_2010.pdf