Finanzielle Hilfen für pflegende Angehörige

Entlastungen für den Geldbeutel

Wer sich dazu entschließt, einen pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause zu versorgen, auf den kommen große finanzielle Belastungen zu. Denn Pflege kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Es stellen sich also die Fragen: Lassen sich die Pflege und der Beruf miteinander vereinbaren und wie ist man abgesichert, wenn nicht? Wer kommt für die Pflege und damit verbundene Kosten auf?

Mann mit Sparschwein © Thinkstock
Damit pflegende Angehörige nicht in finanzielle Schwierigkeiten geraten, weil sie ihren Beruf für die Pflege aufgeben müssen, hat der Gesetzgeber verschiedene Möglichkeiten geschaffen, beides unter einen Hut zu bringen – etwa die Pflegezeit oder die Familienpflegezeit.

Ausführliche Informationen über diese Möglichkeiten finden Sie hier.

Pflegegeld – der Pflegebedürftige entscheidet

Daneben zahlt die Pflegeversicherung für Pflegebedürftige, die zu Hause versorgt werden, ein sogenanntes Pflegegeld. Damit soll der Pflegehaushalt finanziell unterstützt werden. Jedoch ist das Pflegegeld nicht direkt für den pflegenden Angehörigen gedacht. Es steht dem Pflegebedürftigen zu. Er alleine entscheidet, ob er es als Anerkennung an die Pflegeperson weitergeben möchte.

Soziale Absicherung – Pflegeversicherung übernimmt Beiträge

Ist ein pflegender Angehöriger steuerpflichtig und übernimmt Kosten für die Pflege, kann er diese unter bestimmten Voraussetzungen von der Steuer absetzen. Hier bestehen zwei Möglichkeiten: Man kann den sogenannten Pflegepauschbetrag von 924 Euro geltend machen oder aber einzelne Kosten direkt durch Belege nachweisen.

Ausführliche Informationen über Steuererleichterungen für pflegende Angehörige finden Sie hier.

Damit sie sozial abgesichert sind und später bei der Rente keine Einbußen zu verzeichnen haben, haben pflegende Angehörige das Recht darauf, dass die Pflegeversicherung des Pflegebedürftigen für sie in die Rentenversicherung einzahlt. Voraussetzung dafür: Die Pflege nimmt mindestens 14 Stunden pro Woche in Anspruch. Außerdem sind Pflegende während der Pflege und bei Tätigkeiten, die damit in Zusammenhang stehen, gesetzlich unfallversichert. Wenn sie möchten, können sie auch freiwillig arbeitslosenversichert bleiben, falls sie ihren Beruf wegen der Pflege aufgeben mussten.

Weitere, ausführliche Informationen über die soziale Absicherung von pflegenden Angehörigen finden Sie hier.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.03.2015
  • Autor/in: Christina Landauer, Medizinredakteurin, vitanet.de;
  • Quellen: Evangelische Gesellschaft Stuttgart e.V. Alzheimer Beratungsstelle (2010): Schwerbehindertenausweis, Steuererleichterungen und Sozialhilfeleistungen: http://www.alzheimer-bw.de/fileadmin/AGBW_Medien/Dokumente/Guenther_Schwarz/Finanzielle_Hilfen_Stand_03_2010.pdf
  • Bundesministerium für Gesundheit: Pflegende Angehörige: http://www.bmg.bund.de/pflege/hilfen-fuer-angehoerige/pflegende-angehoerige.html
  • Deutsche Rentenversicherung (2012): Rente für Pflegepersonen: Ihr Einsatz lohnt sich: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232684/publicationFile/57387/rente_fuer_pflegepersonen.pdf