Finanzielle Hilfen für Pflegebedürftige

Woher Pflegebedürftige Unterstützung bekommen

Sparen fürs Alter? Das ist für viele Menschen kaum möglich. Tritt dann der Pflegefall ein, wird das zum Problem. Denn: Pflege ist teuer. Um die Kosten dennoch stemmen zu können, gibt es für Pflegebedürftige verschiedene finanzielle Hilfen.

Arzt mit Sparschein © Thinkstock

Pflegeversicherung – die erste Anlaufstelle

Die erste Anlaufstelle, was die Finanzierung der Pflege angeht, ist die Pflegeversicherung. Die Pflegeversicherung ist eine Pflichtversicherung. Das bedeutet, ihr Abschluss ist gesetzlich vorgeschrieben.

Wird also ein Mensch pflegebedürftig, stellt er bei seiner Pflegeversicherung einen Antrag auf Leistungen. Die Pflegeversicherung prüft dann mittels eines Gutachtens, ob der Versicherte tatsächlich pflegebedürftig ist und legt entsprechend einen Pflegegrad fest. Anhand des Pflegegrades wird der Anspruch auf Leistungen festgesetzt, die für professionelle Pflege oder die Versorgung durch Angehörige und Freunde genutzt werden können. Außerdem übernimmt die Pflegeversicherung weitere Kosten – beispielsweise für Kurzzeit- oder Verhinderungspflege und Pflegehilfsmittel. Sie unterstützt auch bei der Wohnraumanpassung.

Ausführliche Informationen über die Pflegeversicherung und ihre Leistungen finden Sie hier.

Hilfe zur Pflege – oft ist Sozialhilfe zusätzlich nötig

In vielen Fällen reichen jedoch die Leistungen der Pflegeversicherung und sonstige Einkünfte – etwa aus Renten oder Pensionen – nicht aus, um die Pflege zu finanzieren. Haben Pflegebedürftige auch ihr Vermögen bis zu einer von Alter und Familienstand abhängigen Grenze aufgebraucht, haben sie Anspruch auf Sozialhilfe – in diesem Fall Hilfe zur Pflege genannt. Hilfe zur Pflege ist immer nachrangig. Das bedeutet: Sie wird erst gewährt, wenn die Pflege tatsächlich nicht mehr anders finanziert werden kann.

Schwerbehindertenausweis bringt finanzielle Erleichterungen

Viele Pflegebedürftige erfüllen die Voraussetzungen für eine Schwerbehinderung. Sie können einen Schwerbehindertenausweis beantragen. Damit erhalten sie das Recht auf sogenannte Nachteilsausgleiche. Also Leistungsansprüche, die die Nachteile ausgleichen sollen, die durch eine Behinderung entstehen. Das können beispielsweise sein: Freifahrten im öffentlichen Personennahverkehr, die Befreiung von der Kfz-Steuer, die Befreiung von Rundfunk- und Fernsehgebühren und vieles mehr.

Einen Überblick, wann welche Nachteilsausgleiche gewährt werden, erhalten Sie hier.

Der Staat verzichtet – Steuererleichterungen entlasten zusätzlich

Außerdem gibt es für pflegebedürftige und behinderte Menschen bestimmte Steuererleichterungen. Etwa können sie einen sogenannten Behindertenpauschbetrag von der Steuer absetzen. Alternativ können sie Kosten, die mit ihrer Behinderung oder Pflegebedürftigkeit in Zusammenhang stehen, aber auch Kosten für eine Haushaltshilfe direkt als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung angeben.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.11.2016
  • Autor/in: Christina Landauer, Medizinredakteurin, vitanet.de;
  • Quellen: Evangelische Gesellschaft Stuttgart e.V. Alzheimer Beratungsstelle (2010): Schwerbehindertenausweis, Steuererleichterungen und Sozialhilfeleistungen: http://www.alzheimer-bw.de/fileadmin/AGBW_Medien/Dokumente/Guenther_Schwarz/Finanzielle_Hilfen_Stand_03_2010.pdf
  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Leistungen der Sozialhilfe für unterschiedliche Lebenslagen: http://www.bmas.de/DE/Themen/Soziale-Sicherung/Sozialhilfe/Sozialhilferecht/sozialhilferecht_2005_bereiche.html