Auf der Suche nach einem Pflegedienst
Wenn Sie sicher sein wollen, dass ihre pflegebedürftige Mutter oder Ihr chronisch kranker Ehemann in guten Händen ist, holen Sie am besten Angebote verschiedener Pflegedienste ein, bevor Sie sich entscheiden. Es gibt keine Patentlösungen. Doch mit etwas Geduld werden Sie aus der Vielfalt der regionalen Angebote den für Sie geeigneten Pflegedienst herausfinden. Die Adressen der Pflegedienste finden Sie zum Beispiel im Branchenbuch, auch Ihre Pflegekasse, die bei Ihrer Krankenkasse angesiedelt ist, informiert über die Anbieter. Sie können sich aber auch in Ihrem Bekanntenkreis umhören. Hilfreich ist zudem das Gespräch mit dem Hausarzt. Er kann sagen, mit welchem Pflegedienst er gut zusammenarbeitet.
Machen Sie auch von Ihrem Anspruch auf einen Pflegeberater Gebrauch. Das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz sieht vor, dass diese Berater an Pflegestützpunkten angesiedelt sind, jetzt allmählich entstehen. Die Berater sollen die Leistungen der Pflegebedürftigen koordinieren sowie Hilfs- und Unterstützungsangebote vermitteln. Versicherte mit Pflegestufe I und II haben alle 6 Monate Anspruch auf eine Beratung, Pflegebedürftige der Stufe III alle 3 Monate.
Fragen Sie nach einem Musterpflegevertrag
Achten Sie darauf, dass der Pflegedienst gut zu erreichen ist – das ist nicht nur bei einem Notfall wichtig. Sie können sich zunächst einen Überblick verschaffen, indem Sie sich telefonisch nach den Leistungen erkundigen. Bitten Sie außerdem um Zusendung von Informationsmaterial, um Preise und Leistungen in Ruhe miteinander vergleichen zu können. Aufschlussreich ist auch ein Musterpflegevertrag, der die schriftlichen Informationen ergänzen sollte.
Der erste Eindruck zählt
Schildern Sie bereits kurz am Telefon, welche konkreten Pflegeleistungen Sie an welchen Tagen und Uhrzeiten benötigen. Lassen Sie sich dazu vom Pflegedienst ein konkretes Angebot zuschicken. Nutzen Sie die Telefonate für eine erste Einschätzung. Wurden Sie freundlich und verständlich informiert? Am besten notieren Sie sich Ihre ersten Eindrücke. Zusammen mit den schriftlichen Informationen können Sie bereits eine Vorauswahl treffen.
MDK-Bericht gibt Auskunft über Qualität
Sobald Sie eine Vorauswahl getroffen haben, fragen Sie die Pflegedienste nach dem letzten Bericht des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK). Diese Berichte werden künftig recht aussagekräftig sein und auch über die Pflegequalität Aufschluss geben. Denn nach dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz von Juli 2008 müssen sie ergebnisorientiert sein: Bloße Angaben etwa zur Quote der Mitarbeiter mit dreijähriger Pflegeausbildung reichen nicht mehr aus. Die Berichte müssen auch über den Zustand und die Lebensqualität der Pflegebedürftigen Auskunft geben. Sollten Sie Probleme haben, den Bericht zu verstehen, wenden Sie sich an Ihre Krankenkasse bzw. Pflegekasse.





