Auf der Suche nach einem Pflegedienst

Wer sicher sein möchte, dass ein Pflegebedürftiger in gute Hände kommt, der holt am besten Angebote verschiedener ambulanter Pflegedienste ein, bevor er sich für einen entscheidet. Es gibt keine Patentlösungen. Doch mit etwas Geduld gelingt es sicher, unter der Vielfalt der regionalen Angebote den richtigen Pflegedienst zu finden.

Junge Frau pflegt alte Frau Pflege © Thinkstock
Die Adressen der Pflegedienste sind beispielsweise bei der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung, den Pflegestützpunkten oder beim Sozialamt erhältlich. Hilfreich kann es zudem sein, sich auch im Bekanntenkreis umzuhören und das Gespräch mit dem Hausarzt zu suchen. Er kann sagen, mit welchem Pflegedienst er gut zusammenarbeitet.

Daneben sollten Pflegebedürftige, die Leistungen nach SGB XI beantragt haben oder erhalten, von ihrem Anspruch auf einen Pflegeberater Gebrauch machen. Das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz sieht vor, dass diese Berater an Pflegestützpunkten angesiedelt sind. Sie sollen die Leistungen mit den Pflegebedürftigen koordinieren sowie Hilfs- und Unterstützungsangebote vermitteln. Pflegebedürftige haben je nach Pflegegrad regelmäßig Anspruch auf diese Beratung – beziehungsweise müssen diese sogar wahrnehmen, wenn sie Pflegegeld beziehen. Bei den Pflegegraden 2 und 3 ist dies halbjährlich der Fall, bei den Pflegegraden 4 und 5 vierteljährlich. Wer in Pflegegrad 1 eingestuft wurde oder Pflegesachleistungen bezieht, kann die Beratung freiwillig in Anspruch nehmen.

Nach einem Musterpflegevertrag fragen

Bei der Auswahl eines Pflegedienstes sollte darauf geachtet werden, dass der Pflegedienst gut zu erreichen ist – das ist nicht nur bei einem Notfall wichtig. Für einen ersten Überblick über die Leistungen eines Pflegedienstes kann ein Telefonat mit diesem hilfreich sein. In dem Gespräch sollte der Pflegedienst außerdem gebeten werden, Informationsmaterial zuzusenden. So lassen sich Preise und Leistungen in Ruhe miteinander vergleichen. Aufschlussreich ist auch ein Musterpflegevertrag, der die schriftlichen Informationen ergänzen sollte.

Der erste Eindruck zählt

Am Telefon kann auch schon kurz erläutert werden, welche konkreten Pflegeleistungen an welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten benötigt werden. Der Pflegedienst kann dann ein konkretes Angebot dazu erstellen. Die Telefonate eignen sich außerdem für eine erste Einschätzung. War der Mitarbeiter am Telefon freundlich? Gab er verständliche Informationen? Hier ist es sinnvoll, sich seine ersten Eindrücke zu notieren. Zusammen mit den schriftlichen Informationen ermöglicht das eine Vorauswahl. Sobald Sie eine Vorauswahl getroffen haben, können Sie sich zusätzlich die letzten Berichte des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) zur Entscheidungsfindung lesen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.11.2016
  • Autor/in: Ralf Eberhard, Diplom-Sozialpäpagoge und Dr. med. Anja Vogt, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: Kuratorium Deutsche Altershilfe: Hilfe und Pflege im Alter zu Hause, 1997
  • Bundesgesetzesblatt: kostenloser Bürgerzugang: Bundesgesetzesblatt Teil 1: 2008, Nr.20: Gesetz zur strukturellen Weiterentwicklung der Pflegeversicherung (Pflege-Weiterentwicklungsgesetz) http://www.bgbl.de/Xaver/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl#__Bundesanzeiger_BGBl__%2F%2F*[%40attr_id%3D%27bgbl108s0874.pdf%27]__1392827222759 (19.02.2014)
  • Pflegestützpunkte Berlin: Informationsblätter A-Z: Informationsblatt Nr. 5 Auswahl eines Pflegedienstes: http://www.pflegestuetzpunkteberlin.de/images/stories/informationsblaetter/nr-05-auswahl-eines-pflegedienstes.pdf (19.02.2014)
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