Ambulanter Pflegedienst: Vom Waschen bis zum Spritzen geben

Zu den typischen Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes gehören körperbezogene Pflegemaßnahmen und pflegerische Betreuungsmaßnahmen, Behandlungspflege und Hilfen bei der Haushaltsführung.

Ambulante Pflegedienste können Leistungen der Pflegeversicherung (SGB XI), Leistungen der medizinischen Behandlungspflege (SGB V), die von der Krankenkasse finanziert wird, Leistungen der Hilfe zur Pflege (SGB XII; Sozialhilfe) sowie Privatleistungen erbringen. Entscheidend für die Kostenübernahme sind die Rahmenverträge, die ein ambulanter Pflegedienst mit den gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungen und den Sozialhilfeträgern geschlossen hat.

Wer hat Anspruch auf Leistungen eines Pflegedienstes?

Anspruch auf häusliche Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst (Sachleistung) haben nur Pflegebedürftige, die mindestens Pflegegrad 2 erreichen. Abweichend davon können aber auch andere Personen wegen schwerer Krankheit oder wegen akuter Verschlimmerung einer Krankheit – insbesondere nach einem Krankenhausaufenthalt, einer ambulanten Operation oder einer ambulanten Krankenhausbehandlung – diese Leistungen im Rahmen der Übergangspflege erhalten. Zu Hause sind die Leistungen dann auf vier Wochen beschränkt – ist jedoch stationäre Kurzzeitpflege notwendig, gilt ein Zeitraum von acht Wochen.

Pflegemaßnahmen, Betreuungsmaßnahmen und Haushaltsführung

Körperbezogene Pflegemaßnahmen und pflegerische Betreuungsmaßnahmen sowie Hilfen bei der Haushaltsführung werden entweder von der Pflegeversicherung oder vom Sozialamt übernommen. Sie werden in Leistungskomplexen zusammengefasst und vom ambulanten Pflegedienst direkt mit der Pflegekasse oder dem Sozialamt abgerechnet.
Info
Die Leistungsinhalte und die Vergütung der Leistungskomplexe sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Seit dem 1. Januar 2013 besteht die Möglichkeit, neben den Leistungskomplexen Zeitkontingente mit ambulanten Pflegediensten zu vereinbaren.

Medizinische Behandlungspflege

Die medizinische Behandlungspflege wird über die Krankenkasse abgerechnet – deshalb ist für sie eine ärztliche Verordnung über „Häusliche Krankenpflege“ notwendig. Leistungen der medizinischen Behandlungspflege sollten ausschließlich von Gesundheits- und Krankenpflegepersonal oder Altenpflegefachkräften erbracht werden. In bestimmten Ausnahmefällen dürfen auch Pflegehilfskräfte diese Leistungen erbringen. Dies ist allerdings abhängig vom jeweiligen Bundesland.  

Zu den Leistungen der medizinischen Behandlungspflege zählen vor allem:
  • Wundbehandlung
  • Versorgung mit Verbänden
  • Legen eines Blasenkatheters
  • Darmeinläufe
  • medizinische Bäder
  • Kontrolle von Blutdruck oder Blutzucker
  • Medikamentengabe und -kontrolle
  • Verabreichung von Augentropfen
  • Injektionen
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.12.2016
  • Autor/in: Ralf Eberhard, Diplom-Sozialpäpagoge und Dr. med. Anja Vogt, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: Kuratorium Deutsche Altershilfe: Hilfe und Pflege im Alter zu Hause, 1997
  • Bundesministerium der Justiz. Sozialgesetzbuch XII - Sozialhilfe - Kapitel Sieben: Hilfe zur Pflege: SGB XII §61-66; 2012: http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_12/BJNR302300003.html
  • Bundesministerium der Justiz. Sozialgesetzbuch V - Achter Abschnitt - Beziehungen zu sonstigen Leistungserbringern: SGB V §132a; 2013: http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__132a.html
  • Bundesministerium der Justiz. Sozialgesetzbuch V - Achter Abschnitt - Beziehungen zu sonstigen Leistungserbringern: SGB V §132a; 2013: http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__132a.html
  • Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Richtlinien über die Verordnung von häuslicher Krankenpflege in der vertragsärztlichen Versorgung nach § 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 und Abs. 7 SGB V; 2011: http://www.g-ba.de/informationen/richtlinien/11/
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